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„Oh Captain, mein Captain!" - Chris Evans verlässt die Avengers

Chris Evans

Marvel-Fans müssen jetzt ganz stark sein: Die Tage von Chris Evans als Captain America sind gezählt. Zum Glück hängt der Megastar nur seinen Job als Weltenretter an den Nagel, bleibt uns vor der Kamera aber erhalten. So lassen die nächsten Projekte nicht lange auf sich warten. Welche das sind, verraten wir dir in diesem Artikel.

Neben den Fans trauert vermutlich vor allem das Filmstudio Walt Disney über Chris Evans' Abschied von den Avengers. Kein Wunder, denn in den Jahren 2015 und 2016 wurde er vom Wirtschaftsmagazin Forbes jeweils zum rentabelsten Schauspieler Hollywoods erklärt. Keiner seiner Kollegen und Kolleginnen war in diesen Jahren (gemessen an der Gage) für so viel Gewinn verantwortlich. In bislang 8 Filmen der beliebten Marvel-Reihe verkörperte Evans Captain America und sorgte damit nicht nur für klingelnde Kassen, sondern katapultierte sich selbst auch in die Elite Hollywoods. „Avengers 3: Infinity War" läutet nun die Abschiedstournee von Evans als amerikanischer Superheld ein – nach „Avengers 4" ist dann 2019 endgültig Schluss mit dem Heldendasein. Was sagst du dazu?

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Robert vom TOBIS Filmclub ist darauf natürlich aufmerksam geworden und hat sich in seinem neuen Video der Karriere von Chris Evans gewidmet. Direkt darunter findest du alle Highlights auch zum Nachlesen.

Die schauspielerischen Anfänge

Vor seinem kometenhaften Aufstieg in Hollywood musste Chris Evans verständlicherweise zunächst kleinere Brötchen backen. Erstmals Aufmerksamkeit erlangte er mit der Filmparodie „Nicht noch ein Teenie-Film!" (2001), die Werke wie „American Pie" und „Eine wie keine" genüsslich durch den Kakao zieht. Darin spielt Evans den Highschool-Draufgänger Jake, der die graue Maus der Schule zur Ballkönigin machen will. Dass aus Evans einmal ein großer Hollywood-Star werden würde, hätte bei solchen Szenen damals wohl niemand vermutet...

Chris Evans
© Columbia TriStar

Weitaus ernsthafter ging es da 2004 im Thriller „Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben" zu, in dem Evans die Hauptrolle übernahm. Im Film stößt er als Ryan an seine Grenzen, als ihn der Anruf einer fremden Frau (Kim Basinger) erreicht, die entführt wurde und seine Hilfe benötigt. In seiner Rolle bewies der damals 23-Jährige, dass er nicht nur albern sein kann, und empfahl sich damit für höhere Aufgaben.

Chris Evans
© Warner Bros.

Eine Vorliebe für Comics

Eine neue Wendung nahm Evans' Karriere ein Jahr später. Bei „Fantastic Four" (2005) war er erstmals an einer Comic-Verfilmung beteiligt und gehörte zum Ensemble der vier titelgebenden Superhelden.

Jessica Alba, Ioan Gruffudd, Michael Chiklis und Chris Evans
© Highlight Film

Die Kritiken zum Film waren zwar weniger „fantastic", die Einspielergebnisse jedoch schon, sodass 2007 eine Fortsetzung namens „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer" folgte. Evans' Darstellung der „menschlichen Fackel" ragte aus dem Quartett besonders hervor, da er seiner Figur sowohl Witz als auch Tiefe verlieh.

Chris Evans
© Highlight Film

Das Mitwirken bei „Fantastic Four" schien den in Boston geborenen Schauspieler auf den Geschmack von Comic-Adaptionen gebracht zu haben. So stand er bereits im Jahr 2010 bei zwei weiteren Filmprojekten vor der Kamera, die ebenfalls auf Comics basierten. In der surrealen Komödie „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" mimte er einen von 7 teuflischen Ex-Freunden, gegen die der Protagonist Scott kämpfen muss, um seine große Liebe für sich zu gewinnen.

Chris Evans
© Universal Pictures

Für den Actionfilm „The Losers" war er hingegen wieder als Sympathieträger unterwegs. Als Teil einer Gruppe von ehemaligen Elitekämpfern sorgt Evans in seiner Rolle des Jensen für die größten Lacher im Film, wie allein schon der Trailer zeigt.

 

Zwar nicht sicht- aber dafür hörbar war Chris Evans sogar an einem weiteren Comic-Projekt beteiligt: Für den Animationsfilm TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES lieh er im Jahr 2007 dem Charakter Casey Jones seine Stimme.

Der Durchbruch als Captain America

Einen wahren Coup landete er schließlich mit der Verkörperung des Superhelden Captain America, was auch zugleich seinen Durchbruch in Hollywood markierte. Dabei wollte Evans die Rolle zunächst gar nicht annehmen, sagte letztendlich aber doch zu. 2011 schlüpfte er dann in „Captain America: The First Avenger" erstmals in das Kostüm, das er in den folgenden Jahren noch öfter (z. B. in „Marvel's The Avengers" oder „The First Avenger: Civil War") überstreifen sollte.

Chris Evans
© Walt Disney

Seine große Beliebtheit bei Fans setzt Evans übrigens gerne für den guten Zweck ein. Gemeinsam mit seinem Avengers-Kollegen Chris Pratt („Guardians of the Galaxy") besuchte er im Jahr 2015 – verkleidet als Captain America – ein Kinderkrankenhaus in Seattle und sorgte damit für Begeisterung bei Patienten und Belegschaft.

Abseits des Mainstreams

Evans ruht sich jedoch keineswegs auf dem Ruhm als Captain America aus. Schon seit Beginn seiner Karriere ließ er sich auch immer wieder für kleinere Filmproduktionen verpflichten, die mit hohem Anspruch punkten konnten. Da wäre zum einen der 2007 erschienene Science-Fiction-Thriller „Sunshine" von Danny Boyle zu nennen, in dem er ein Besatzungsmitglied eines Raumschiffs spielt. Mit der abenteuerlichen Mission, der erkalteten Sonne wieder Feuer unterm Hintern zu machen.

Chris Evans
© 20th Century Fox

Besonderen Eindruck hinterließ er auch im Drama „Puncture - David gegen Goliath" (2011). Als drogenabhängiger Anwalt Mike Weiss, der mit extravaganten Anzügen und seiner unkonventioneller Art auffällt und einem großen Pharma-Skandal auf der Spur ist, lieferte Evans eine seiner besten Darstellerleistungen ab.

Chris Evans
© Edel Media & Entertainment

Seine Erfahrung als Action-Darsteller nutzte er 2013 in dem postapokalyptischen Thriller „Snowpiercer", der im Jahr 2031 spielt. Darin wurde der Großteil der Menschheit von einer aufkommenden Eiszeit getötet. Die wenigen Überlebenden sind in einem Zug eingepfercht, in dem eine Zweiklassengesellschaft herrscht. Evans spielt einen Mann aus der Unterschicht, der eine Revolte gegen die Reichen des Zuges anführt. Auch „Snowpiercer" beruht übrigens auf einem Comic!

Chris Evans
© Alive

Leisere Töne schlug Evans dann wieder im Drama „Begabt - Die Gleichung eines Lebens" (2017) an. Mit viel Gefühl spielt er den Junggesellen Frank, der nach dem Tod seiner Schwester die Erziehung seiner Nichte übernimmt. Als sich diese als hochbegabt herausstellt, muss er vor Gericht darum kämpfen, dass der kleinen Mary ein normales Leben ermöglicht werden kann.

Mckenna Grace und Chris Evans
© Twentieth Century Fox

Seitenwechsel

Mit dem romantischen Drama „Before We Go" wechselte Evans 2014 zum ersten Mal auch hinter die Kamera. Bei der Liebesgeschichte zweier Fremder war er in der Dreifachfunktion als Regisseur, Hauptdarsteller und Produzent tätig.

 

Die Aufgabe als Regisseur scheint ihm dabei sehr zu gefallen. In einem Interview vor 4 Jahren betonte er, dass er sich vorstellen könne, in Zukunft weniger vor der Kamera zu stehen und dafür mehr Filme zu inszenieren. Aber keine Panik, wir werden ihn natürlich auch künftig auf der großen Leinwand zu sehen bekommen.

Was kommt als nächstes?

Neben seiner letzten Verpflichtung als Captain America hat der 36-Jährige aktuell noch mindestens zwei weitere Kinofilme in petto. Während die geplante Neuverfilmung von Dr. „Jekyll" und Mr. Hyde noch ein Weilchen auf sich warten lässt, steht THE RED SEA DIVING RESORT schon in den Startlöchern. Der Titel des Films bezieht sich auf eine Rettungsaktion des israelischen Geheimdienstes Mossad, die im Jahr 1981 tatsächlich stattfand. Die Agenten befreiten damals äthiopische Juden aus dem Sudan mit Hilfe des titelgebenden Hotels, das als Tarnung für die Operation diente – bis plötzlich „echte" Touristen vor der Tür standen. Chris Evans wird dabei die Hauptrolle des Agenten Ari Levinson übernehmen. Auf ersten Setfotos präsentierte sich der Schauspieler bereits ganz ungewohnt bärtig.

Mit ihm vor der Kamera stehen Ben Kingsley („Gandhi"), Greg Kinnear („Green Zone"), Haley Bennett („Girl on the Train") und Michiel Huisman („Game of Thrones"). THE RED SEA DIVING RESORT kommt voraussichtlich noch in diesem Jahr ins Kino und wird dabei vor allem Fans von Meisterwerken wie „Argo" (2012) und „München" gefallen – das klingt doch schon mal vielversprechend, oder?

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