Das Wunder von Marseille

Die 25 besten Filme mit Gérard Depardieu

Seit unglaublichen 50 Jahren steht Gérard Depardieu vor der Kamera. Dabei spielte er nicht selten in mehr als fünf Kinofilmen pro Jahr die männliche Hauptrolle und kommt insgesamt auf rekordverdächtige 240 Rollen in Film und Fernsehen. Wir werfen einen Blick auf die Highlights einer beispiellosen Karriere.

Mit 16 Nominierungen für den César, dem französischem Oscar, hält Gérard Depardieu einen Spitzenrekord, den kein anderer Schauspieler so schnell einstellen wird. Er ist sozusagen die französische Meryl Streep ;-)

Der Hornochse und sein Zugpferd, Rechte bei Eurovideo

Aber nicht nur in Frankreich ist Depardieu ein Star. Mit mehr als 200 Filmen erreichte er auch international ein riesiges Publikum. Einen knackigen Überblick über Depardieus Schaffen gibt euch Robert vom TOBIS Filmclub im folgenden Video:

 

Eine seiner wohl bekanntesten Rollen ist die des wuchtigen Haudegens Obelix in den Realverfilmungen der beliebten Comics. So durfte er zum Beispiel in ASTERIX UND OBELIX: MISSION KLEOPATRA ordentlich draufhauen. Aber schafft es der Film auch in die Top 25 seiner besten Filme?

Gerard Depardieu als Oberlix
Asterix und Obelix: Mission Kleopatra, Rechte bei TOBIS

Auch bei den feineren Nuancen der Schauspielkunst trifft der Franzose immer den richtigen Ton, wie er in seinem neuen Film DAS WUNDER VON MARSEILLE beweist. In dem berührenden Drama, das ab 7. November im Kino zu sehen sein wird, verhilft er als griesgrämiger Schachlehrer einem illegalen Einwanderer zu einer unglaublichen Chance für sich und seine Familie.

Ahmed Assad, Gérard Depardieu
DAS WUNDER VON MARSEILLE, Rechte bei TOBIS

DAS WUNDER VON MARSEILLE ist die neueste Filmperle einer vollen Schatzkiste seines Schaffens.

Aus der unglaublichen Masse haben wir die Klasse seiner Filme ausgewählt und für dich die Top 25 handverlesen. Platz 25-10 findest du in der Galerie. Darunter widmen wir uns in aller Ausführlichkeit den filmischen Glanzstücken von Platz 9 bis 1. Los geht's...

Platz 25-10

Gérard Depardieu, Jean Reno
Platz #25: „Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette" (2004), IMDb-Wertung: 7,1 |Rechte bei Splendid
Daniel Auteuil, Gérard Depardieu
Platz #24: „36 - Tödliche Rivalen" (2004), IMDb-Wertung: 7,1 |Rechte bei Universum
Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus
Platz #23: „Das Labyrinth der Wörter" (2010), IMDb-Wertung: 7,2 |Rechte bei Concorde
Gérard Depardieu, Jeanne Moreau, Lucia Bosé
Platz #22: „Nathalie Granger" (1972), IMDb-Wertung: 7,3 |Rechte bei Blaq Out
Alain Delon
Platz #21: „Endstation Schafott" (1973), IMDb-Wertung: 7,3 |Rechte bei Concorde
Gérard Depardieu, Isabelle Adjani
Platz #20: „Camille Claudel" (1989), IMDb-Wertung: 7,3 |Rechte bei Studiocanal
Fanny Ardant, Gérard Depardieu
Platz #19: „Die Frau nebenan" (1981), IMDb-Wertung: 7,3 |Rechte bei Studiocanal
Gérard Depardieu, Miou-Miou, Patrick Dewaere
Platz #18: „Die Ausgebufften" (1972), IMDb-Wertung: 7,3 |Rechte bei Filmconfect
Gérard Depardieu, Gena Rowlands
Platz #17: „Paris, je t'aime" (2007), IMDb-Wertung: 7,3 |Rechte bei Universum
Pierre Richard, Gérard Depardieu
Platz #16: „Der Hornochse und sein Zugpferd" (1982), IMDb-Wertung: 7,4 |Rechte bei EuroVideo
Gérard Depardieu, Catherine Deneuve
Platz #15: „Die letzte Metro" (1981), IMDb-Wertung: 7,4 |Rechte bei Studiocanal
Gérard Depardieu, Nathalie Baye
Platz #14: „Die Wiederkehr des Martin Guerre" (1982), IMDb-Wertung: 7,4 |Rechte bei TF1
Gérard Depardieu
Platz #13: „Public Enemy No.1 - Mordinstinkt" (2009), IMDb-Wertung: 7,5 |Rechte bei Universum
Gérard Depardieu, Bernard Blier, Jean Carmet
Platz #12: „Den Mörder trifft man am Buffet" (1979), IMDb-Wertung: 7,5 |Rechte bei Studiocanal
Gérard Depardieu
Platz #11: „Danton" (1983), IMDb-Wertung: 7,5 |Rechte bei Concorde
Gérard Depardieu
Platz #10: „Die siebente Saite" (1992), IMDb-Wertung: 7,5 |Rechte bei Studiocanal

Platz #9: „Cyrano von Bergerac” (1990)

Seinen Degen schwingend und Alexandriner rezitierend spielt sich Depardieu mit der ihn auszeichnenden Mischung aus körperlicher Wucht und poetischer Kunstfertigkeit durch „Cyrano von Bergerac". Die opulente Inszenierung des bekannten Theaterstücks wurde mit Preisen überhäuft - darunter ein Oscar, ein Golden Globe und 10 Césars. Depardieu selbst durfte sich über seine bislang einzige Oscarnominierung freuen.

Gérard Depardieu
Cyrano von Bergerac, Rechte bei Concorde

Und wer wäre wohl besser geeignet gewesen für den übergroß benasten Dichter als Gérard Depardieu, dessen markante Nase zu seinem Markenzeichen wurde?

Gérard Depardieu
Cyrano von Bergerac, Rechte bei Concorde

Die weltgrößte Filmcommunity von IMDb honoriert Depardieus Leistung mit 7,5 von 10 Punkten.

2018 wurde dem historischen Stoff des unglücklich verliebten Dichters übrigens ein frischer Anstrich verliehen, mit der Komödie DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT, die ebenfalls von Kritikern wie Publikum gefeiert wurde und dreimal für den deutschen Filmpreis nominiert war. Von zahlreichen Preisen für die beiden Hauptdarsteller und eine Goldene Schallplatte für die Musik zum Film ganz zu schweigen.

 

Platz #8: „Vincent, François, Paul und die anderen” (1974)

Claude Sautets unaufgeregt inszeniertes Drama erzählt von den großen und kleinen Problemen von Männern, die die Blüte ihres Lebens bereits hinter sich haben. Die von französischen Schauspiel-Instanzen der 70er Jahre wie Yves Montand und Michel Piccoli dargestellten Titelfiguren kämpfen mit den Tücken des Lebens und Älterwerdens.

Gérard Depardieu, Yves Montand, Michel Piccoli, Serge Reggiani
Vincent, François, Paul und die anderen, Rechte bei Studiocanal

Einen handfesten Kampf trägt dagegen Gérard Depardieu aus, der im Film als Boxer gegen einen ungeschlagenen Champion antreten muss, gegen den er eigentlich keine Chance hat.

Gérard Depardieu
Vincent, François, Paul und die anderen, Rechte bei Studiocanal

„Vincent, François, Paul und die anderen” zeigt den jungen Gérard Depardieu in (körperlicher) Topform und begründete eine neue Erzähltradition über Männerfreundschaften, die das französische Kino bis heute erfolgreich pflegt.

IMDb-Wertung: 7,6

Platz #7: „La vie en rose” (2007)

La Vie en Rose, Rechte bei Constantin

Das Biopic „La vie en rose” setzt dem unvergleichlichen Timbre und den berühmten Chansons von Édith Piaf ein filmisches Denkmal. Das Drama erzählt episodenhaft vom Leben und Leiden der französischen Ikone und machte die in Frankreich bereits gefeierte Marion Cotillard (KLEINE WAHRE LÜGEN) 2007 zum internationalen Star. Depardieu spielt darin den Nachtclubbesitzer Louis Leplée, der die 1,47m kleine Sängerin entdeckte und ihr den Beinamen „la môme piaf”, der Spatz von Paris, gab.

 

Seinen Erfolg verdankt der Film vor allem dem Können seiner Hauptdarstellerin, die die 18-jährige Straßensängerin Édith Giovanna Gassion genauso glaubwürdig verkörpert wie die gebrochene Chanson-Legende Édith Piaf, zu der sie 30 Jahre später geworden ist.

IMDb-Wertung: 7,6

Platz #6: „Eine reine Formalität” (1994)

Es ist scheinbar nur eine Frage der Zeit, „Eine reine Formalität”, die erledigt werden muss, bis der nachts im strömenden Regen aufgegriffene Onoff (Gérard Depardieu) die Polizeiwache wieder verlassen darf. Doch die Befragung durch den Kommissar (Roman Polanski) erweist sich als weit weniger harmlos als gedacht.

 

Gérard Depardieu und Roman Polanski liefern sich in diesem kammerspielartigen Psychodrama ein großartiges darstellerisches Duell mit erschreckendem Ausgang.

Eine reine Formalität, Rechte bei Koch Media

IMDb-Wertung: 7,7

Platz #5: „1900” (1976)

Roberto Bertoluccis Monumentalwerk „1900” zeigt in über fünf Stunden Spielzeit die Lebenswege zweier Männer, die am selben Tag geboren wurden, aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Großgrundbesitzer und Bauernsohn spielen sich Robert De Niro und Gérard Depardieu in den Hauptrollen gegenseitig an die Wand.

 

Mit Ennio Morricone und Altstar Burt Lancaster, der von dem Film so begeistert war, dass er keine Gage verlangte, gewann Bertolucci weitere Meister ihres Fachs für sein Historienepos. Bertoluccis „Der letzte Tango in Paris” hatte bereits für Aufregung gesorgt. „1900” setzte noch eins drauf und löste mit seinen expliziten Sexszenen eine Welle der Empörung aus.

Robert De Niro, Gérard Depardieu
1900, Rechte bei Concorde

Für Depardieu, der sich mit Haut und Haaren in seine Rollen stürzt und dabei keine Tabus scheut, war die Figur des aufbegehrenden Bauernsohns, der mit dem von Robert De Niro gespielten Gutsherrn politisch und in Liebesangelegenheiten konkurriert, eine ausgezeichnete Gelegenheit, seinen schauspielerischen Mut zu beweisen.

IMDb-Wertung: 7,7

Platz #4: „Mein Onkel aus Amerika” (1980)

Wer ist wohl dieser titelgebende Onkel aus Amerika? Das ist eine von vielen Fragen, die man sich beim Anschauen von Alain Resnais’ Experimentalfilm stellt. Gekonnt montiert der Regisseur Ausschnitte aus anderen Spielfilmen (etwa mit Jean Marais) und selbst inszenierte Szenen ineinander, ergänzt diese durch dokumentarisches Material und lässt den Forscher Henri Laborit vor der Kamera zu Wort kommen.

 

So entfaltet „Mein Onkel aus Amerika” seine ganz eigene Erzählweise, während er die Lebensläufe seiner drei Protagonisten verfolgt, darunter Gérard Depardieu als René. Dank Resnais’ inszenatorischer Raffinesse gerät der Film dabei zu einer unterhaltsamen Studie über menschliches Verhalten.

Mein Onkel aus Amerika, Rechte bei Concorde

Am Ende mag so mancher Zuschauer mit mehr Fragen als Antworten zurückbleiben. Aber das ist als Kompliment an den Film zu verstehen, der die Kritiker begeisterte.

IMDb-Wertung: 7,8

Platz #3: „Hamlet” (1996)

Hamlet, Rechte bei Warner

Es waren große Fußstapfen, in die Kenneth Branagh 1996 mit seiner Hamlet-Verfilmung trat. Kein Geringerer als Sir Laurence Olivier mimte UND inszenierte Shakespeares bekannten Titelhelden 1948 und stürmte damit die Oscar-Verleihung im darauffolgenden Jahr nahezu im Alleingang: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Kostüme und Bestes Szenenbild.

Hamlet, Rechte bei KSM

Branaghs Interpretation wartete mit einem Staraufgebot u.a. bestehend aus Kate Winslet, Julie Christie, Jack Lemmon, Robin Williams und natürlich Gérard Depardieu auf. Sie alle spielten sich die Seele aus dem Leib und hinterließen - selbst in den Nebenrollen - unvergessliche Eindrücke bei den Zuschauern.

IMDb-Wertung: 7,8

  

Platz #2: „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger” (2012)

 

 

Ang Lees vierfach Oscar-prämierter Mix aus fantastischem Abenteuerfilm und nachdenklichem Drama berührte Millionen Zuschauerherzen. In fantastischen Bildern wird das Schicksal eines Jungen erzählt, der auf eine unfreiwillige Schiffsreise geschickt wird.

Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger, Rechte bei 20th Century Fox

Mit an Bord ist ein grantiger Koch (die Rolle nimmt man Gérard Depardieu sofort ab)...

Gérard Depardieu
Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger, Rechte bei 20th Century Fox

... und ein ganzer Zoo. Als das Schiff kentert, nimmt die Geschichte einen unglaublichen Verlauf und Depardieus Nebenrolle bekommt eine völlig unerwartete Bedeutung, die uns eiskalte Schauer über den Rücken jagt!

IMDb-Wertung: 7,9

Platz #1: „Jean de Florette” (1986)

Der ehemalige Steuerbeamte Jean de Florette (Gérard Depardieu) will mit seiner Familie auf dem Lande glücklich werden.

Élisabeth Depardieu, Gérard Depardieu
Jean de Florette, Rechte bei Pidax

Doch der Zugezogene, der im Dorf auch noch durch seinen Buckel für Naserümpfen sorgt, ist dem ansässigen Papet (Yves Montand) ein Dorn im Auge. Er will Jean ruinieren und verschweigt, dass er mit Hilfe seines Neffen (Daniel Auteuil) unlängst die Wasserquelle auf Jeans Grundstück versiegelt hat.

Daniel Auteuil, Yves Montand
Jean de Florette, Rechte bei Pidax

Jean versucht alles, um seinen Traum und das Glück seiner Familie noch zu retten. Fortan schleppt er sich in der sengenden Hitze der Provence mit schweren Wasserkübeln auf seinem Buckel Meter für Meter über die Hügel voran. Die Qual treibt Gérard Depardieu die Schweißperlen auf die Stirn und uns, die wir ihm dabei zusehen müssen, die Tränen in die Augen - wohl wissend, dass das rettende Wasser nur wenige Meter von seiner Haustür entfernt ist!

 

Als Jean de Florette kann Gérard Depardieu zu seiner Höchstform aufspielen. Ein würdiger Platz 1!

IMDb-Wertung: 8,0

In seinem neuen Kinofilm DAS WUNDER VON MARSEILLE darf sich Gérard Depardieu wieder durch einige Untiefen seines Filmcharakters graben.

 

 

Als gealterter Schachmeister nimmt er sich zunächst widerwillig dem kleinen Fahim an, der um die halbe Welt gereist ist, um sein Glück zu finden. Das begegnet ihm ausgerechnet in Person von Depardieu. Der Film kommt am 7. November in die Kinos. Unbedingt vormerken!

Autor/-in: J.Leipnitz

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